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Wie Glyphosat bei der Rettung von Pompeji half

Bei der Rettung dieses UNESCO-Weltkulturerbes vor Unkrautschäden kam Glyphosat eine wichtige Rolle zu.

Bei einem Spaziergang durch die historischen Überreste von Pompeji wundert sich der Besucher, wie diese Stätte so lange überlebt hat. Für fast 2.000 Jahre unter den Steinen und der Asche des Vesuvs begraben, hat Pompeji gewankt – und ist jedoch, trotz zahlreicher Unglücke, nie gefallen.

Die Ruinen der Stadt wurden durch die alliierten Bombenangriffe und ein starkes Erdbeben im Jahr 1980 zusätzlich beschädigt. In jüngerer Zeit hat die auf dem fruchtbaren Boden Pompejis wuchernde Vegetation den Mauern, Fundamenten, Böden und Decken zugesetzt.

Diese botanischen Urgewalten stellten ein ernsthaftes Problem für die italienische UNESCO-Weltkulturerbestätte dar, angesichts der über zwei Millionen Touristen, die sie jedes Jahr besuchen.

In den 1980ern drohten Wellen von Unkraut und Vegetation den Ort zu überwuchern: Efeu, Dornensträucher, Ginster, Ackerwinde und wilder Fenchel gehörten zu den über 30 parasitären Pflanzenarten, die Pompejis alten Gebäuden zu schaffen machten.

Dornensträucher und Fenchel bedeckten die Gemäuer, schwächten so das Mauerwerk und führten zu Einstürzen; Efeu zerstörte Wandverkleidungen; andere Vegetation bohrte sich durch die Mosaikböden und richtete mit ihren Wurzeln schwere Schäden an. Wieder einmal war Pompeji in Gefahr.

Historic Pompeii street

Unmengen von UNKRAUT

Mit einfachem Jäten war dieses Problem nicht zu bewältigen. Der fruchtbare Boden des Vesuvs hatte zur Folge, dass beseitigte Vegetation schnell durch neues Unkraut ersetzt wurde. Eine herkömmliche Unkrautbekämpfung mithilfe schwerer mechanischer Geräte war unmöglich, da dadurch die bereits bröckelnden Bauten noch weiter beschädigt worden wären.

Die für das Kulturerbe zuständige Abteilung von Pompeji zog Unkrautexperten hinzu, die einen Rettungsplan entwarfen, um schädliches Unkraut mit einem innovativen Herbizid zu beseitigen, das von Mikroorganismen abgebaut wird, um die ursprüngliche Vegetation von Pompeji teilweise wiederherzustellen.

Das Herbizid enthielt Glyphosat, das in die Wurzeln der Unkräuter wandert, wo es ein Enzym blockiert, das die Pflanzen für die Fotosynthese und zum Wachsen benötigen.

 

 

Der Unkrautbefall wurde beseitigt

Ohne dieses Enzym verdorren die Unkräuter und gehen aufgrund von Nährstoffmangel ein. Rückstände von Glyphosat werden von Mikroorganismen zu natürlich vorkommenden Bodenbestandteilen wie Kohlendioxid und Phosphat abgebaut.

Das Herbizid ist einfach anzuwenden und es wird kein speziell geschultes Personal benötigt. Der Prozess erfordert des Weiteren nur minimale Pflege in den nachfolgenden Jahren.

Der erste Glyphosat-Einsatz erfolgte in der Palästra von Pompeji – dem „Übungsgelände“ – neben dem Amphitheater der Gladiatoren. Und das Ergebnis war atemberaubend. Heute findet sich kein Unkrautbefall mehr auf dem Standort unter der heißen kampanischen Sonne – das Gras ist grün, gepflegt und makellos.

 

 

Mit einfachem Jäten war dieses Problem nicht zu bewältigen. Der fruchtbare Boden des Vesuvs hatte zur Folge, dass beseitigte Vegetation schnell durch neues Unkraut ersetzt wurde.

Die Ergebnisse waren so gut, dass die für das Kulturerbe zuständige Abteilung sich dazu entschied, das Herbizid auch an anderen Standorten in Pompeji einzusetzen. Hierdurch wurde die zuvor vom Unkraut verdeckte architektonische Pracht freigelegt. Der Unterschied war bemerkenswert.

Wenn Sie heute Pompeji besichtigen, können Sie die Perle des römischen Reichs in seiner ganzen Pracht bewundern: das Amphitheater und die Palästra; das Forum; der Tempel der Isis und der dorische Tempel; die beiden Theater Pompejis; gehobene Privathäuser, wie das Haus des Fauns und das Haus der Vettier; und der prachtvolle mit Vögeln geschmückte Mosaikboden im großen Eingangsbereichs des Hauses von Paquius Proculus.

Die Herausforderung zur Bewahrung

Trotz dieser Fortschritte blieb die Bewahrung von Pompeji eine gewaltige Herausforderung. Es gibt 15.000 Gebäude und 20.000 Quadratmeter an Wandmalereien, die es zu schützen gilt. Die Statik vieler Gebäude ist so geschwächt, dass nur ungefähr 30 Prozent der Fläche von Pompeji für Besucher zugänglich sind.

Dank des Herbizidprogramms und anderer Schutzmaßnahmen kann diese hartnäckige kleine Stadt weiter bestehen – trotz der Nachbarschaft eines feindlichen Vulkans. Wenn die EU Glyphosat verböte, wäre Pompeji erneut gefährdet.




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